Fruchtfolge

Ich halte in meinem Gemüsegarten eine Fruchtfolge ein. Seitdem geht es mir wesentlich besser. Die Fruchtfolge ermöglicht Routine, weil sich bewährte Muster leichter wiederholen lassen.
Da ich meine Gartenwirtschaft nicht unmittelbar von einem „Vorfahren“ übernommen habe, mußte ich selbst herausfinden, was zusammengehört und vor allem zu meiner Arbeitsweise passt. Zuerst habe ich einfach „irgendwie“ an jenen Stellen gesetzt, die gerade frei waren. Das brachte zwar auch Erfolge, aber nach einiger Zeit hat mich dann das Durcheinander doch genervt: Die Gemüsearten reifen unterschiedlich ab, überwachsen sich gegenseitig … und das macht das Gärtnern mühsam!

Beet-Regel

Du brauchst soviele Beete wie du Fruchtfolgejahre einhalten möchtest.

Mischkultur-Regel

Zuerst beachte ich die Fruchtfolge und dann die Verträglichkeit in der Mischkultur.

Überlegungen zur Fruchtfolge

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Es gibt Stark-, Mittel- und Schwachzehrer unter den Pflanzen. Es ist nicht ratsam, unmittelbar nach einer starken Mist/Kompost-Düngung Salat oder Karotten anzubauen. Dieses Gemüse ist garantiert nitratbelast und nicht gesund - Und wenn es noch so „biologisch-dynamisch“ produziert wurde! Das alleine zwingt schon zu einer Fruchtfolge von zumindest zwei bis drei Jahren (in unseren Klimaten mit einem Jahreszeitenklima).

Selbstunverträglichkeit

Es gibt mit sich selbst unverträgliche Pflanzen (Autotoxizität). Jede Pflanzenart hinterläßt den Boden in einem anderen Zustand als vor ihrer Bepflanzung. Die einen saugen bestimmte Mineralstoffe aus dem Boden, sodass er daran verarmt, die anderen bauen den Humus stark ab: Siehe Bodenmüdigkeit. Der Boden braucht Zeit, um sich davon zu erholen. Er muss in dieser Zeit nicht brach liegen, sondern kann für andere Kulturen genutzt werden, die ihm im besten Fall wieder das zurückgeben, was ihm zuvor genommen wurde.
Darüber hinaus hemmen die Reste alter Pflanzenwurzeln bei ihrer Zersetzung das Wachstum der nachfolgenden gleichen Pflanzenart oder übertragen Krankheiten: Siehe Allelopathie. So stellt eine ausgewogene Fruchtfolge eine vorbeugende Maßnahme zur Gesunderhaltung der Pflanzen dar.

In der Literatur empfohlene Anbaupausen:

Pflanzen(gattung) Jahre Krankheiten
Leguminosen 4 bis 6 JahrePilze
Nachtschattengewächse (Erdäpfel, Paradeiser, Paprika) 4 JahreNematoden, Kartoffelkrebs
Kohlarten 4 bis 6 JahreKohlhernie

Die 6 Jahre der Leguminosen (Bohnen, Erbsen, etc.) sind nicht wirklich praktikabel! Da diese Zeiten für Monokulturen im feldmäßigen Anbau gelten (allerdings auch und gerade im Bio-Landbau!!), muss die Hoffnung auf die zusätzliche Mischkultur gesetzt werden. Ich baue aus diesem Grund die Bohnen immer in Mischkultur mit Kohlarten an.

Wiederanbau-Regel

Es gibt bestimmte Pflanzenkrankheiten im Boden, die einen zeitlichen Abstand des Wiederanbaues auf derselben Stelle von mindestens 4 Jahren erzwingen.

Kalkung

Wir leben in einem bodensauren Gebiet und regelmäßige Kalkung ist für die Bodenfruchtbarkeit unverzichtbar. Nun gibt es Pflanzen, die frischen Kalk nicht so schätzen, wie zB die Erdäpfeln, die davon schorfig werden. Anderseits quittieren Kohlarten die Kalkung mit bester Qualität. Auch das verlangt nach einem überlegten Rhytmus von Kalkgaben und Bestellung der Beete.

4 Jahre

1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr
Erdäpfel Leguminosen/Kohl Gemischter Anbau Wurzelgemüse
Erdäpfel Kohlarten Mais Karotten
(Paradeiser) Kraut Kürbis Sellerie
(Paprika) Bohnen (Fisolen) Zuchini Pastinake
Porree Gurken Petersilie
Zwiebel Mangold
Schalotten Rote Rüben
Salate Spinat
Porree
Radicchio
Chicorée
Salate

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gartl-in-hartl/fruchtfolge/start.txt · Zuletzt geändert: 18. Apr 2011 von walter
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